Naruto TCG: Die Demo-Decks gibt es jetzt als PDF
Bildquelle: Eigenwerk naruto-tcg-news.de
Die beiden Gen-Con-Decks lassen sich seit dieser Woche kostenlos als Proxy-PDF drucken und auf einer freien Online-Spielfläche testen. Nur das Regelbuch fehlt weiterhin.
Die zwei Demo-Decks von der Gen Con haben Indianapolis verlassen. Nicht im Karton, sondern als PDF.
Seit Ende Juli kennt die Community die beiden Sample-Decks aus Bandais Tutorial-Sessions: Naruto in Rot, Sasuke in Blau. Abfotografiert, hochgeladen, in Datenbanken sortiert. Neu ist das, was seitdem drumherum gewachsen ist. Der Proxy-Drucker auf oppp.online war bisher ein reines One-Piece-Werkzeug und hat jetzt einen Naruto-Reiter. Kartencodes einfügen, Rückseite wählen, PDF ziehen. Fertig.
Zum Weiterlesen: Naruto TCG: Spielen kann man es jetzt schon (08.08.2026)
Kage Bunshin für den Küchentisch
Die Seite deckt nach eigener Aussage „the full new Naruto TCG card pool – Leader, Character, Chakra and Summon cards“ ab, und die beiden Gen-Con-Listen lassen sich direkt in den Deckbuilder laden. Kosten? Keine.
„Yes, completely free. No sign-up required to print proxies.“
Wer eigene Karten hochladen will, braucht einen Account, für die Demo-Decks reicht der Browser. Der Ausdruck kommt bei mir aus dem Copyshop um die Ecke, weil mein Drucker bei Vollflächen-Artwork jämmerlich aussieht. Danach das Übliche: Sleeve drüber, eine Bulk-Karte als Träger dahinter. Meine Magic-Commons aus 2003 haben schon ganz andere Zweitkarrieren hinter sich.
Was der Betreiber sauber dazuschreibt, sollte man trotzdem lesen: „Proxies are not legal in official Bandai-sanctioned tournaments. This tool is intended for casual play, deck testing, and creative fan projects only.“ Für die Küchentischrunde am Freitag ist das egal. Für Essen im Oktober auch, dort spielt ihr sowieso mit Bandais eigenen Demo-Decks.
Diese Woche kam dann noch ein Post aus r/NarutoCardGame dazu, der in dieselbe Kerbe schlägt, nur eben digital. Ein Entwickler baut dort seit einer Weile eine freie Spielfläche im Browser (im Grunde ein Whiteboard für Karten) und hat die Gen-Con-Decks jetzt eingepflegt.
„It doesn’t enforce rules or automate game logic, so you have complete freedom to move cards, tap, and test plays manually.“
Klingt nach weniger, als die großen Simulator-Projekte versprechen. Ist aber genau der Punkt.
Was ihr da eigentlich testet
Bekannt ist das Gerüst: eine Leader-Karte, 51 Karten im Deck, dazu 5 Chakra-Karten und ein Summon. Kartentypen sind Leader, Character, EX Character, Chakra und Summon. Gewonnen hat, wer das Life des gegnerischen Leaders auf null drückt. Alles offiziell, alles seit dem 29. Juli bestätigt.
Der Rest ist offen. Timing, Kosten, Reihenfolge von Effekten, was passiert, wenn zwei Fähigkeiten sich in die Quere kommen. Genau die Details also, an denen sich später jedes Turnier entscheidet. Das Projekt hinter narutocardgamesim.com sagt das offen und steckt nach eigener Aussage noch im „Rules mapping“, spielbare Decks gibt es dort schlicht nicht. Bei narutosim.com wirbt man dagegen mit einem „rules-aware multiplayer simulator“ und dem Slogan „built for competitors“. Für ein Spiel, dessen Regelbuch niemand außerhalb von Bandai gesehen hat. Mal ehrlich, wie soll das gehen?
Und da wird die regelfreie Spielfläche plötzlich zur ehrlicheren Variante. Sie behauptet gar nicht erst, die Regeln zu kennen. Ihr schiebt Karten, ihr tappt, ihr entscheidet selbst, was legal ist (also im Zweifel: streiten, wie in den ersten Wochen jedes neuen Spiels).
Ich find ja: Proxy-Testen bringt euch das Gefühl fürs Deck, nicht die Regeln. Ich hab das in Magic hundertmal so gemacht, ausgedruckte Listen gegen ausgedruckte Listen, bevor irgendjemand Geld ausgibt. Man lernt dabei Kurven, Tempo, welche Karte tot in der Hand liegt. Man lernt nicht, wie ein Chakra-Cost im Detail funktioniert, wenn das offizielle Regelbuch noch nicht existiert. Wer sich jetzt eine Meta-Theorie zurechtlegt, darf sie im Sommer 2027 wieder einpacken.
Für deutsche Leser ist der praktische Wert trotzdem da. Bis zur SPIEL in Essen ist noch über einen Monat Zeit, Karten kaufen könnt ihr erst 2027, und die Sessions in Jakarta, Manila oder Hongkong sind für die meisten hier reine Theorie. Ein Ausdruck plus zwei Stunden am Wohnzimmertisch kostet euch einen Nachmittag. Das ist ein deutlich besseres Geschäft als 350 Euro für eine Box, die es noch gar nicht gibt.
Bleibt die Frage, wie lange Bandai da entspannt zuschaut. Bei One Piece hat man Proxy-Tools jahrelang ignoriert, solange niemand damit Geld verdient hat. Meine Theorie dazu: Anders wird es hier nicht laufen, zumal die Kartenbilder aus Bandais eigenem Presse-Rollout stammen.
Druckt ihr euch die beiden Decks aus, oder wartet ihr auf die Tutorial-Session in Essen?
Quellen
One Piece & Naruto Card Game Proxy Printer
r/NarutoCardGame: Freeform-Playmat mit den Preview-Decks
narutocardgamesim.com
narutosim.com
TCG Top Decks HQ: Naruto Red und Sasuke Blue Sample Decks
NARUTO CARD GAME Official Website: News
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