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Naruto TCG: Boruto-Karten sorgen für Ärger

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Kenearos
13. August 2026 · 4 Min. Lesezeit
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Bildquelle: naruto-cardgame.com (Bandai) — NARUTO CARD GAME © Bandai · ©2002 MASASHI KISHIMOTO ©2002 MASASHI KISHIMOTO / 2007 SHIPPUDEN All Rights Reserved. ©2002 MASASHI KISHIMOTO / 2017 BORUTO All Rights Reserved.

Auf r/NarutoCardGame macht ein Thread Stimmung gegen Boruto-Karten im NARUTO CARD GAME. Was Bandai wirklich angekündigt hat und ab wann der Frust berechtigt wäre.

Auf r/NarutoCardGame steht ein Thread, der die Stimmung gerade ziemlich gut einfängt. Titel: „Why the hell are Boruto cards in the Naruto TCG?“ User ThatThingTheDarkSoul malt sich darin aus, wie es wäre, ein Pack aufzureißen: die Spannung, vielleicht was Seltenes, vielleicht sogar was richtig Cooles aus Naruto. Und dann liegt da Boruto.

„Absolutely devastating. Money wasted. Dreams shattered. Pack ruined.“

Dramatisch formuliert. Aber der Frust dahinter ist echt, und er richtet sich gegen eine Entscheidung, die Bandai längst getroffen hat.

Ein Detail vorweg, das in dem Thread untergeht: Niemand hat bisher ein Pack aufgemacht. Das NARUTO CARD GAME erscheint erst im Sommer 2027. Der Ärger ist also vorauseilend. Was ihn nicht ungültig macht, aber die Sachlage verschiebt.

Drei Ären, fünf Karten, kein Boruto in Sicht

Schauen wir mal, was tatsächlich auf dem Tisch liegt. In der offiziellen Ankündigung vom 29. Juli hat Bandai Card Games klargestellt, dass das Spiel Material aus allen drei Serien-Abschnitten zieht: Naruto, Naruto Shippuden und Boruto: Naruto Next Generations. So steht es in der Pressemitteilung.

Nur: Von den bislang offiziell gezeigten Karten ist keine einzige eine Boruto-Karte. Die Pressemitteilung nennt namentlich Naruto Uzumaki, Sasuke Uchiha, Sakura Haruno, Jiraiya und Itachi Uchiha. In diversen Berichten geistern noch weitere Namen herum, teils Tsunade, teils Orochimaru, teils sogar Boruto selbst. Belegen lässt sich das über die offiziellen Kanäle nicht. Der Ärger der Community entzündet sich also aktuell an einer Zeile im Marketingtext, nicht an einer Karte, die jemand in der Hand hatte.

Die Regelbasis, die Bandai bestätigt hat, ist ebenfalls schon bekannt: ein Leader, darum herum 51 Karten, dazu fünf Chakra-Karten und eine Summon-Karte. Man reduziert das Leben des gegnerischen Leaders auf null, Jutsu kosten Chakra. Solide, kompakt, deutlich näher am One Piece Card Game als an einem Sammelalbum.

Warum mich das ehrlich gesagt kaltlässt

Ich spiele Magic, seit die Karten noch in Papptrays im Comicladen lagen. Und ich habe in all den Jahren eine Sache gelernt, die sich in jedem einzelnen Kartenspiel wiederholt: Der Wert einer Karte hängt nicht daran, wie gern man die Figur mag.

Bei One Piece war das Muster genau dasselbe. Als Film-Charaktere und Nebenfiguren in die Sets wanderten, gab es Stimmen, die das als Verwässerung sahen. Zwei Jahre später sortieren die Leute ihre Decks nach Effekten, nicht nach Sympathie. Eine Karte, die ein Board dreht, wird gespielt. Eine Karte mit der beliebtesten Figur der Serie und einem miesen Effekt wandert in die Bulk-Box. Punkt.

Wenn Bandai eine Boruto-Karte bringt, die in einem kompetitiven Deck etwas reißt, dann wird sie gespielt, gekauft und teuer. Und wenn sie schlecht ist, redet in sechs Monaten niemand mehr darüber, egal welches Gesicht drauf ist.

Es gibt sogar ein handfestes Argument dafür, Boruto von Anfang an mitzunehmen. Ein TCG, das 2027 startet und danach jahrelang Sets liefern muss, braucht Nachschub an Charakteren, Formen und Storylines. Wer die dritte Ära von vornherein ausschließt, macht sich den eigenen Fundus kleiner. Bandai hat mit Union Arena und One Piece genug Erfahrung damit, wie schnell ein Charakterpool leergeräumt ist, wenn man zu eng anfängt.

Der Punkt, an dem der Frust berechtigt wird

Trotzdem ist die Sorge nicht komplett aus der Luft gegriffen, und ich will sie nicht wegwischen.

Sie wird nämlich in dem Moment real, in dem die Boruto-Karten in den hohen Seltenheitsstufen landen. Wenn also die Chase-Karte einer Box ausgerechnet eine Figur zeigt, für die ein großer Teil der Käuferschaft nichts übrig hat, dann hat man ein Problem. Nicht im Spiel, sondern im Sekundärmarkt: Solche Karten fallen im Preis, die Box wird als Ganzes unattraktiver, und irgendwann fragt sich der Handel, warum die Kisten liegen bleiben.

Das ist ein Kalkulationsrisiko, keine Geschmacksfrage. Und es ist auch der Grund, warum ich die Karten-Reveals im Oktober genau anschauen werde. Nicht wegen der Effekte. Wegen der Verteilung über die Raritäten.

Für uns in Deutschland ist der Termin dafür übrigens ziemlich gut gelegen: Bandai bringt das NCG vom 22. bis 25. Oktober auf die SPIEL in Essen, Tutorial-Sessions inklusive. Wer bis dahin wissen will, welche Ära wie stark vertreten ist, muss vermutlich nur ein paar Demo-Decks durchblättern.

Meine Einschätzung

Die Diskussion ist gerade eine Fandom-Debatte, die sich als Kartenspiel-Debatte verkleidet. Boruto polarisiert die Naruto-Community seit Jahren, das ist alt. Neu ist nur, dass sich der Streit jetzt an einem Produkt entzündet, das noch niemand gekauft hat.

Ich würde abwarten. Bandai hat im Dezember weitere Infos angekündigt, und spätestens mit den Reveals rund um die Herbst-Events wird man sehen, wie viel Boruto tatsächlich drinsteckt. Vielleicht sind es zwei Karten pro Set. Vielleicht ist es eine komplette Farbe. Beides würde die Debatte in eine völlig andere Richtung drehen.

Was mich interessiert: Wärt ihr wirklich sauer über eine Boruto-Karte, wenn sie in eurem Deck gewinnt? Oder ist das eine Grenze, die auch ein guter Effekt nicht überschreiten darf? Schreibt es in die Kommentare, ich bin gespannt, wie das hier in der deutschsprachigen Ecke ankommt.

Quellen

Bandai Card Games: NARUTO CARD GAME Shows Its Hand (PR Newswire, 29.07.2026)
NARUTO CARD GAME Official Website
r/NarutoCardGame: „Why the hell are Boruto cards in the Naruto TCG?“

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Kenearos

Betreibt naruto-tcg-news.de und verfolgt das NARUTO CARD GAME seit der ersten Ankündigung.