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Naruto TCG: Das One-Piece-Regelstudio ist dabei

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Kenearos
4. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit
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Bildquelle: Eigenwerk naruto-tcg-news.de

Next Play Inc. führt das NARUTO CARD GAME in seiner Projektliste: Regelentwicklung, Kartenliste, Betriebsunterstützung. Dieselben drei Aufgaben stehen dort beim One Piece Card Game.

Manchmal steht die interessanteste NCG-Nachricht der Woche gar nicht bei Bandai. Diesmal steckt sie in der Projektliste eines kleinen Studios in Tokio. Keine Pressemitteilung, kein Datum, nichts.

Die Firma heißt Next Play Inc. (株式会社Next Play). Auf der Seite mit ihren bisherigen Arbeiten taucht seit Neuestem das NARUTO CARD GAME auf, und darunter drei Zeilen: Spielregel-Entwicklung, Erstellung der Kartenliste, Betriebsunterstützung. Im Original „ゲームルール開発 / カードリスト作成 / 運営サポート“. Entdeckt haben das am 1. Oktober die Leute von NARUTORECA, die so ziemlich jede Bewegung rund ums Spiel in ihrer Zeitleiste festhalten.

Zum Weiterlesen: Naruto TCG: Kontern kostet hier immer etwas (27.09.2026)

Wer ist Next Play?

Ein junges Haus. Gegründet am 15. April 2022, Sitz im Ueno TA Building in Tokio, Leitspruch sinngemäß „die nächste Generation des Spielens erschaffen“. Auf ihrer Leistungsseite verkaufen sie sich als Dienstleister für alles, was ein Trading Card Game zum Laufen bringt. Regelsysteme aufbauen, Karteneffekte entwerfen und nachjustieren, den laufenden Betrieb begleiten. Im Recruiting suchen sie gerade unter anderem TCG-Entwickler und Testspieler (falls jemand von euch Japanisch kann und Lust hat).

Richtig spannend wird es, wenn man auf derselben Liste ein Stück weiter schaut. Da steht das ONE PIECE CARD GAME. Außerdem Cookie Run: Braverse, Kaiun Colosseum (開運コロシアム), ein JURASSIC PARK TCG und das DRIVE CARD GAME. Alle sechs Kartenspiele tragen exakt dieselbe Dreier-Zeile wie Naruto, während die Brettspiele auf der Seite andere Credits haben.

Cookie Run kommt übrigens nicht von Bandai. Next Play arbeitet also nicht exklusiv für einen Verlag, sondern als externe Design-Werkstatt für mehrere.

Was das fürs Spiel heißt

Mal ehrlich, das erklärt mir einiges. Als im Juli die ersten Karten auftauchten, hatte ich beim Lesen sofort dieses One-Piece-Gefühl. Leader als feste Startkarte, eine klare Ressourcenleiste, Konter, die an Timing-Fenster gebunden sind. Damals dachte ich noch, Bandai kopiert halt das eigene Erfolgsrezept. Jetzt sieht es eher danach aus, als säßen zumindest teilweise dieselben Leute an beiden Regelwerken.

Ist das gut? Kommt drauf an, wen ihr fragt.

Aus Spielersicht spricht einiges dafür. Das One Piece Card Game hat sich in Deutschland eine stabile Szene aufgebaut, und Ruffy auf der Packung ist dafür bei weitem nicht der einzige Grund. Die Regeln sind schnell erklärt, die Partien kurz, und wenn ein Deck zu stark wurde, hat Bandai mit Bannlisten und Errata nachgesteuert. Genau dieser dritte Punkt (Betriebsunterstützung) steht bei Next Play auch für Naruto drin. Für mich klingt das nach Kartenpflege über Jahre. Ein Regelbuch, das man einmal abliefert und dann vergisst, wäre da eine andere Geschichte.

Die Kehrseite kennt jeder, der lange genug Magic spielt: Ein Studio mit sechs Spielen im Portfolio entwickelt irgendwann eine Handschrift. Liegt die Grundstruktur zu nah an One Piece, wird das NCG für viele zur zweiten Version eines Spiels, das sie schon im Regal haben. Unsere Analyse der bekannten Konterkarten hat allerdings gezeigt, dass Naruto eigene Wege geht. Kakashi kostet zwei Leben, Shisui sperrt die Chakra-Erholung, freies Kontern gibt es nicht. Wie viel davon Bandais eigenes Team beigesteuert hat und wie viel Next Play? Das verrät die Liste nicht.

Was offen bleibt

Eine Menge. Die Projektseite hat kein Datum. Wir wissen also weder, wann der Eintrag dazukam, noch seit wann Next Play am NCG sitzt, und auch die Arbeitsteilung mit Bandai ist nirgends beschrieben. Bandai selbst hat das Studio in keiner offiziellen Mitteilung genannt; die einzige Quelle ist bisher der Eintrag auf nextplay.co.jp. Wer daraus ableitet, dass „das One-Piece-Team“ das Naruto-Spiel gebaut hat, lehnt sich zu weit aus dem Fenster. Auf dem Papier steht dieselbe Firma mit denselben drei Aufgaben. Mehr nicht.

Ich find die Personalie für uns in Deutschland trotzdem ein gutes Zeichen. Übernimmt dasselbe Studio die laufende Pflege, ist die Chance hoch, dass das NCG auch beim Organized Play dem One-Piece-Muster folgt: Shop-Turniere, regelmäßige Bannlisten und Errata, die dann auch wirklich kommen. Ein Stück mehr von der Kartenliste bekommt ihr wahrscheinlich am 10. Oktober beim Panel auf der New York Comic Con zu sehen. Bis dahin halte ich es so: erst die Karten, dann das Urteil.

Und ihr? Beruhigt es euch, dass Profis mit One-Piece-Erfahrung dran sind, oder habt ihr Sorge, dass am Ende zu viel Strohhut im Ninja-Stirnband steckt?

Quellen

Next Play Inc.: Projektliste (nextplay.co.jp)
NARUTORECA: Timeline, Eintrag vom 01.10.2026
NARUTO CARD GAME: New York Comic Con 2026 Event Information

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Kenearos

Betreibt naruto-tcg-news.de und verfolgt das NARUTO CARD GAME seit der ersten Ankündigung.