Naruto TCG: Erste Session nur mit Gesichtsscan
Bildquelle: naruto-cardgame.com (Bandai) — NARUTO CARD GAME © Bandai · ©2002 MASASHI KISHIMOTO ©2002 MASASHI KISHIMOTO / 2007 SHIPPUDEN All Rights Reserved. ©2002 MASASHI KISHIMOTO / 2017 BORUTO All Rights Reserved.
Die weltweit erste Anmeldung für eine offizielle NARUTO-CARD-GAME-Session ist gestern in Jakarta zugegangen. Sie lief nur mit verifiziertem Gesichtsfoto in der BANDAI-TCG+-App. Was das für Spiel Essen im Oktober bedeutet.
Gestern ist in Jakarta ein Anmeldefenster zugegangen, und daran hing für das NARUTO CARD GAME eine Premiere: die erste reguläre Anmeldung der Welt für eine offizielle Naruto-Session. Wer rein wollte, brauchte kein Ticket. Kein Vorwissen. Ein verifiziertes Gesichtsfoto brauchte er.
Zum Weiterlesen: Jakarta bekommt die erste NCG-Session (16. August)
Klingt nach Übertreibung? Ist es nicht. Auf der Turnierseite des BANDAI CARD GAMES Fest 26-27 in Jakarta steht der Satz wörtlich so: „Registration of a face photo in the BANDAI TCG+ app is required to apply for and participate in the event.“ Und damit sich da niemand rausredet, schiebt Bandai hinterher: „If your profile does not display ‚Face Photo Verified‘ during the application period, you will not be able to apply for this event.“
Vom 10. bis 24. August lief die Bewerbung. Ausgelost wird danach, die Zusagen gehen ab dem 10. September raus. Die Session selbst findet am 10. und 11. Oktober statt, obendrauf gibt es eine CP-001 Chakra Card als Erinnerungspromo. Für ein Spiel, das erst im Sommer 2027 in den Handel kommt, ist dieser Vorlauf schon krass durchorganisiert.
Drei Jahre Gültigkeit, eine Woche Wartezeit
Die Mechanik dahinter gilt quer über alle Bandai-Titel, Naruto bekommt hier keine Sonderbehandlung. Seit dem 2. Juli 2026 läuft die Gesichtsregistrierung in der BANDAI-TCG+-App, abgewickelt über einen MOALA-Account. Das hochgeladene Foto wird geprüft, die Prüfung dauert laut Bandai „one week or longer“, und die Freigabe hält anschließend drei Jahre. Beim Check-in vor Ort wird abgeglichen, ob die Person am Tisch auch die Person im Account ist.
Der Grund ist banal und ziemlich nachvollziehbar: Mehrfach-Accounts und Stellvertreter-Teilnahme. Wer schon mal bei einer Lotterie für limitiertes TCG-Zeug mitgemacht hat, kennt das Muster. Zehn Accounts, zehn Lose, ein Mensch. Bei Bandai-Produkten mit Promo-Karten dran ist das seit Jahren ein Geschäftsmodell und kein Ausrutscher. Ein Byakugan für die Anmeldeliste, wenn man so will.
Die Ausnahme für Minderjährige finde ich den spannendsten Teil. Die dürfen gar kein Gesichtsfoto hinterlegen, sind aber trotzdem teilnahmeberechtigt und bewerben sich einfach über ihren normalen Account. Ein Kartenspiel, das laut Bandai ausdrücklich auch Einsteiger abholen soll, kann seine jüngste Zielgruppe schlecht per Biometrie aussperren.
Was das für Essen bedeutet (Stand heute: nichts)
Jetzt der Teil, der euch als deutschsprachige Spieler betrifft. Die Gesichtserkennung gilt nicht global. Bandai listet die Zielregionen namentlich auf: Japan, Singapur, Philippinen, Malaysia, Indonesien, Hongkong, Macau, Thailand und Taiwan. Europa steht da nicht. Nordamerika auch nicht.
Relevant ist das, weil der Fest-Kalender geografisch stark nach Asien kippt. Von den elf Stationen liegen acht in genau diesen Regionen, Shanghai fällt raus, und außerhalb bleiben nur zwei: Orlando, seit dem 21. August mit Datum versehen (7. bis 10. Januar 2027 im Orange County Convention Center), und London im Januar 2027. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr eine NCG-Session in einer Biometrie-Region erwischt, ist also erstmal höher als umgekehrt.
Für Deutschland läuft der Weg ohnehin anders. Der Termin hier ist Spiel Essen vom 22. bis 25. Oktober, und die Tutorial-Sessions dort hängen an der Messe, nicht am TCG+-Losverfahren. Keine Anmeldefrist, keine Verifizierung, kein MOALA-Account. Gleiches Muster bei der Paris Games Week im selben Zeitraum und bei Lucca Comics & Games Ende Oktober.
Meine Sorge ist nicht das Foto
Ich find das Verfahren an sich vertretbar. Ich spiele lange genug Magic, um zu wissen, wie eine Verlosung aussieht, bei der ein Dutzend Karteileichen-Accounts gegen echte Spieler antritt, und ich hätte lieber einen Gesichtsabgleich als eine Sitzplatzliste voller Scalper. Was mich stört, ist die Wartezeit. Eine Woche oder länger, bevor überhaupt „Face Photo Verified“ im Profil steht. Ohne diesen Haken kommt die Bewerbung erst gar nicht durch das Formular.
Wer also im Oktober oder November in Manila, Bangkok oder Hongkong ist und dort eine Naruto-Session mitnehmen will, sollte das Foto jetzt hochladen und nicht am Tag vor Anmeldeschluss. Dieselbe Logik gilt für alle Dezember-Stationen (Singapur, Kuala Lumpur, Taipeh) und für Tokio Anfang 2027.
Und für 2027 selbst? Wenn das NCG weltweit gleichzeitig startet und Bandai kompetitives Organized Play daraufsetzt, ist die Frage nicht, ob dieses System nach Europa kommt, sondern wann und in welcher Form. Die DSGVO macht biometrische Daten zu einer eigenen Kategorie mit eigenen Hürden, was eine Eins-zu-eins-Übernahme unwahrscheinlich macht. Ausgeschlossen ist sie nicht.
Sagt mal ehrlich: Würdet ihr für einen garantierten Turnierplatz euer Gesicht in einer App hinterlegen? Bei mir hängt die Antwort davon ab, wer die Daten am Ende hält. MOALA war bis vorgestern für die meisten von uns ein Name ohne Gesicht.
Quellen
BANDAI CARD GAMES Fest 26-27 Jakarta: NARUTO CARD GAME Tournaments
BANDAI TCG+: Facial Recognition
Regarding the Face Recognition Feature in BANDAI TCG+ for the Asia Region
NARUTO CARD GAME: BANDAI CARD GAMES Fest 26-27 in ORLANDO
NARUTO CARD GAME Official Website: Event-Roadmap